Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

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Die Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG betreibt am Standort Biberach seit Oktober 2008 ein neues Logistikzentrum. Vorausgegangen waren mehr als zwei Jahre Planung, in denen die vielfältigen Unternehmensziele zum Konzept „Zentrale Logistik Biberach“ zusammengeführt wurden. Der Leiter der Logistik am Standort Biberach, beeinflusste als Projektleiter der Nutzer maßgeblich die logistischen Belange. Die strategische Standortwahl erfolgte unter Beachtung von Sicherheit im Werk, Bündelung des Lieferverkehrs und regionaler Verkehrsführung.

Konzeption

Servicelager
Servicelager
Interne Transporte
Interne Transporte

Daten
Erste Konzeption 2005
Planungsbeginn ab 2006
Baustart Ende 2007
Inbetriebnahme in 2008

Die Strategie
Die Wahl des Standortes für die Zentrale Logistik im Norden des ca. 67 ha großen Areals berücksichtigte die künftig geplante Verkehrsführung der Region sowie die Gliederung des Werkes mit seinen Schwerpunkten Forschung, Entwicklung, Medizin, Biopharmazeutika und Pharmaherstellung.

Erste Konzeptstudien wurden 2005 erarbeitet. Wesentlicher Inhalt war die Zentralisierung des Liefer- und Warenverkehrs, wie unter anderem die Bündelung und Optimierung sämtlicher Versandaktivitäten.

Bisher dezentral gelegene Lagereinheiten wurden dem Konzept zugeordnet. In der Endstufe werden wesentliche Lager- und Materialbereiche damit hier konsolidiert.

Die Platzierung der Logistik am Werksrand ist Teil des Sicherheitskonzeptes. Externer Verkehr auf dem Werksgelände soll vermieden werden. Lieferanten kommen auf kürzestem Weg über eine neu geschaffene Pforte Nord zu den Ladestellen und verlassen das Areal ebenso direkt. Werksinterne Verkehrsströme von und zu der ZLB erfolgen mit eigenem Fuhrpark.

Entsprechend gesetzlichen Bestimmungen und internationalen Richtlinien sind die Prozesse nach den Good Manufacture Practice (GMP) und den US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) Vorgaben klar definiert. Die neue Zentrale Logistik Biberach weitet diese Standards auf die interne Supply Chain aus. Good Storage Practice (GSP) und Good Distribution Practice (GDP) werden konsequent praktiziert.

Lösung

LKW Ladebereich mit zweiter Torebene und Ladeschleusen
LKW Ladebereich mit zweiter Torebene und Ladeschleusen
Musterzug
Musterzug
Kühllager
Kühllager

Wareneingang
Non-GMP-relevant
Verbrauchsmaterialien von Bürobedarf bis Maschinenteile werden hier angeliefert, geprüft und registriert. Danach erfolgt die Direktzustellung im Werk oder Lagerung auf Abruf im Servicelager.

Servicelager
Im manuell bedienten Lager erfolgt die interne Materialbestellung; entsprechend wird kommissioniert und verpackt. Den Transport vor Ort übernimmt der Bereich Werksverkehr.

Transport GMP-Ware
Für den werksinternen Transport stehen mehrere LKW zur Verfügung. Alle Fahrzeuge sind mit isolierten Kofferaufbauten ausgestattet und entsprechend den jeweiligen materialbedingten Temperaturanforderungen regulierbar.

Postabwicklung
Alle ein- sowie ausgehenden Post- und Paketsendungen werden in der ZLB bearbeitet. Die Verteilung obliegt ebenfalls dem Werksverkehr.

Wareneingang GMP
Ankommende Ware wird in einer ersten Bereitstellzone registriert. Entsprechend den Prüfvorschriften erfolgen danach Umpackarbeiten, Stichprobenkontrollen oder Musterziehungen.

Musterzug
Wesentlicher Baustein in der ZLB sind die drei unterschiedlich ausgestatteten Musterzugkabinen der „Zone D“. Die Ware gelangt durch Schleusen an die Prüfplätze. Der Warentransport erfolgt über eine Palettenförderanlage. Drehtische bringen die Palette in die gewünschte, ergonomische Position. Die Probenentnahme erfolgt unter integrierten Laminar Flow (LF) Einheiten.

Handhabung Kühlware
Gekühlte Ware (2°C bis 8°C) kann zeitnah zur Anlieferung direkt in ein neues Kühllager gebracht werden. Das Lager wurde in Schmalgangausführung gebaut und wird manuell per Kommissionierstapler betrieben. Die Kapazität beträgt etwa 750 Palettenstellplätze; für Kleingebinde stehen zusätzlich Fachbodenregale zur Verfügung.

Tiefkühlräume
Ergänzend zum Kühllager sind vier neue TK-Räume im Untergeschoss des Logistikgebäudes installiert. Jeder Raum kann individuell gesteuert und entsprechend den Produkt- bzw. Kundenanforderungen gekühlt werden. Aktuell werden -20°C und -40°C Bereiche betrieben.

Versand
Der Versand von Raumtemperaturware erfolgt an klassischen Packplätzen.
Für Kühlware steht eigens eine ca. 130 m² große Kühlzelle zur Verfügung, in der Luftfrachtcontainer sowie kundenspezifische Gebinde gepackt werden.

Technische Gebäudeausrüstung
Das neue Logistikzentrum sichert mit modernsten raumlufttechnischen Anlagen den kontrollierten Betrieb innerhalb der definierten und geforderten Grenzen für Raumtemperaturware sowie das Spektrum der entsprechenden Kühl- und Tiefkühlbereiche. Für alle Bereiche sind Ersatz- und Rückfallkonzepte (Redundanz) definiert und getroffen.

Brandschutz
Alle Funktionsflächen in der ZLB sind mit Sprinklerschutz ausgerüstet. Das Kühllager ist entsprechend den neuesten Regeln des VdS (Verband der Sachversicherer) für Hochregallager ausgestattet. Flächendeckend verfügt das Gebäude über eine Brandmeldetechnik, die kürzeste Reaktionszeiten der Werkfeuerwehr des Standortes sichert.

Objektschutz
Die Logistikzentrale kann nur mit Zugangsberechtigung betreten werden. LKW werden von der Pforte Nord avisiert. Sie erhalten die Einfahrterlaubnis nach Rücksprache mit dem Wareneingangs- bzw. Versandbüro, so dass geordnete Abläufe gewährleistet sind.

Büroflächen
Im angrenzenden, dreigeschossigen Bürogebäude sind alle administrativ erforderlichen Räume integriert. Besprechungs-, Schulungs- und Aufenthaltsräume machen die ZLB zu einer weitgehend autarken Funktionseinheit.

Nutzen und Potentiale

Der Nutzen
Mit der Entscheidung für das Projekt ZLB hat Boehringer Ingelheim den Grundstein für die Neuordnung der Standortlogistik gelegt. Die Potenziale des neuen Standortes schaffen innerhalb des Werkes Freiräume zur schrittweisen Restrukturierung von der Logistik noch in Anspruch genommener Flächen. Mit der Zentralisierung der Logistik wurde die Bündelung und Optimierung innerbetrieblicher Transporte in die Wege geleitet.

Die Potenziale
Standort und Umfeld der ZLB bieten weiteres Potenzial entsprechend der künftigen Werksentwicklung. Neben dem Kühllager lässt sich eine weitere Lagereinheit gleicher Größe ergänzen. Für Waren des Servicelagers ist optional eine zusätzliche Lagergasse als automatisches Kleinteilelager (AKL) vorgesehen. Die Funktionsflächen der ZLB sowie die Rampenanzahl, inklusive Ladehof können in östlicher Richtung erweitert werden.

Leistungen der IWL
Generalplanung und Betreuung der Realisierung der neuen Zentralen Logistik Biberach.

Kühlgutverpackung
Kühlgutverpackung

Bürogebäude
Bürogebäude