Leineweber GmbH & Co. KG

leineweberDie Leineweber GmbH & Co. KG als international agierendes Bekleidungsunternehmen mit Sitz in Herford erzielte im Jahr 2005 einen Jahresumsatz in Höhe von 204 Mio. Euro. Am Markt vertreten ist der Spezialist für hochwertige Hosen und Strickoberteile mit seinen Produktgruppen BRAX, EUREX, RAPHAELA und BRAX Golf. In 2006 kommen mit BRAX HAKA Shirts und BRAX DOB Outdoor zwei weitere Produktgruppen hinzu. Im Zuge der Sortimentserweiterung erfolgte im Jahr 2003 die Markteinführung der BRAX Knitwear Kollektion für Damen und Herren. Wurden im Jahr der Markteinführung bereits 350.000 Teile abgesetzt, waren es im Jahr 2005 annähernd 1,2 Mio. Teile. Vor dem Hintergrund dieses rasanten Wachstums zeichnete sich bereits frühzeitig ab, dass das bis dato angemietete Lager diese Mengen in naher Zukunft nicht mehr bewältigen konnte. Somit wurde die Planung und Realisierung eines Distributionszentrums für Knitwear notwendig.



Die Konzeption

Leineweber-Knitwear
Distributionszentrum Leineweber Knitwear

Das Distributionszentrum, als zentrale Drehscheibe für die weltweite Auslieferung, muss den Anforderungen eines stark saisonalen Geschäftes Rechnung tragen. Über das Lager soll neben dem Vororder- auch das Nachordergeschäft abgewickelt werden. Ebenso besteht aufgrund des dynamischen Wachstums die Notwendigkeit, Erweiterungsreserven sowohl der jeweils einzelnen Funktions- und Lagerbereiche in dem Gebäude selbst, als auch des Gebäudes an sich, vorzusehen.

Aufgrund der prognostizierten Artikel-, Mengenund Kundenstruktur ist das automatische Kartonlager das optimale logistische System für die langsamer drehende Nachkommissionierung. Für die Vororderkommissionierung hat sich das bereits in der bestehenden Lagerabwicklung genutzte Durchlaufkanalregal als das effizienteste Lager- und Kommissioniermedium erwiesen.

Die reine Lagerung ohne Zugriff auf das Einzelteil erfolgt in dem Palettenhochregal, der Transport von Paletten mittels induktiv geführtem man-up-Schmalgangstapler bzw. Handhubwagen, der Transport einzelner Kartonagen über die Behälterförderanlage. Sämtliche Lagerbewegungen und Lagerstellplätze werden von einem auf das neue Lagerkonzept angepassten Lagerverwaltungssystem (LVS) überwacht, verwaltet und gesteuert.

Die Daten

Hochregallager für Europaletten
Hochregallager für Europaletten
Objektkennzahlen:  
  • Grundstücksgröße:
  • Distributionszentrum (LxBxH):

24.000 m²
90 x 30 x 12,7 m

Logistikkennzahlen (statisch)  
  • Durchlaufregale (Vororder):
  • autom. Kleinteilelager (Nachorder):
  • Palettenhochregal:
  • Fachbodenregale:
  • Lagerkapazität:

6.660 Kartons

24.022 Kartons
500 Palettenstellplätze
7.350 Kartons
400.000 Teile

Logistikkennzahlen (dynamisch)  
  • Leistung der 2 Regalbediengeräte:

je 120 Ein-/Auslagerungen/h

Behälterförderanlage: 750 Kartons/h
Kommissionierleistung: 15.000 Teile/8h

Der Wareneingang

Stichprobenkontrolle
Stichprobenkontrolle

Warenannahme und Warenerfassung
An zwei Wareneingangstoren wird die in Kartons befindliche, sortenrein angelieferte Ware vom LKW oder aus Containern über ein Teleskopförderband an den Sortierkreisel übernommen. Dies wird für die farbenorientierte Vorsortierung der Kartons auf Europaletten genutzt. Diese Paletten werden dann im Hochregallager bis zum Zeitpunkt der Warenidentifizierung zwischengelagert. Hierzu werden die Paletten den Wareneingangserfassungplätzen zugeführt, auf Einzelteilbasis erfasst und in genormte, eindeutig identifizierbare Lagerkartons umgepackt, die später auch als Versandkartons genutzt werden.

Qualitätskontrolle
Insgesamt sind zwölf Plätze zur Qualitätskontrolle vorgesehen. Die Stichproben und die Ergebnisse sind auf Einzelteilebene im Lagerverwaltungssystem hinterlegt.
Nach der Freigabe wird die Ware gesamthaft dem Vororderkommissionierbereich zugeführt.

Die Lagerprozesse

Durchlaufregal für Vororderaufträge
Durchlaufregal für Vororderaufträge

Durchlaufkanallager
Solange ein Auftragsbestand für die Vororder vorhanden ist, findet die Kommissionierung in diesem Bereich statt. Dazu werden die Kartons in die Regalkanäle über Beschickungsgassen eingelagert und in den dafür definierten Kommissioniergassen gepickt. Die Kommissionierung erfolgt einstufig, wegeoptimiert und funkgeführt. Mit den hierfür entwickelten Transportwagen können bis zu sechs Lieferscheine gleichzeitig von einem Mitarbeiter bearbeitet werden. Die Kartons mit den gepickten Teilen werden über die fünf Senkrechtförderer an die Behälterförderanlage übergeben.

Automatisches Kartonlager (AKL)
Dieser Lagerbereich ist hauptsächlich für die Kommissionierung der Nachorderaufträge vorgesehen. Dafür ist in den unteren fünf Ebenen über die gesamte Länge des zweigassigen AKLs ein sogenanntes Pickface realisiert. Hierbei handelt es sich um doppelt tiefe Regalkanäle, die von dem Regalbediengerät auf der Nachschubseite mit Kartons bestückt und geleert werden können. Die Kommissionierer greifen auf der Entnahmeseite auf die einzelnen Teile innerhalb der Kartons manuell zu.

Der Versand

Station zur Aufbereitung der Kundenkartons
Station zur Aufbereitung der Kundenkartons

Kundenspezifische Aufbereitung
Für die Aufbereitung der Kundenkartons, mit kundenspezifischen Vorgaben für den Versand, wurden spezielle Arbeitsplätze konzipiert. Die Zuführung und der Abtransport der Kartons erfolgt vollautomatisch über die Förderanlage. Sämtliche Informationen über die Bearbeitungsschritte werden dem Mitarbeiter am Bildschirm angezeigt.

Versandaufbereitung
Am Ende der Bearbeitung werden die Kundenkartons an diesen Plätzen verschlossen, mit einem Versandaufkleber und ggf. Lieferschein ausgestattet. Die Ansteuerung und Bedienerführung ist ebenfalls vollständig systemgeführt. Das Kartongewicht ermittelt eine in der Förderanlage integrierte Waage.

Handling von Sonderartikeln
Langsam drehende Ware und Sonderkartonformate werden auf einer Zwischenbühne in Fachbodenregalen gelagert. Dieser Bereich wird ebenfalls von der Förderanlage versorgt.

Warenausgang / Versand
Nach automatischer Umreifung transportiert die Förderanlage die nun versandfertigen Kundenkartons zu sechs Versandrutschen. Jedes dieser Ziele ist einer oder mehreren Versandarten zugeordnet. Die nach Versandart sortierten Kartons werden auf Paletten gestapelt und dem jeweiligen Transportdienstleister übergeben.