MAIRDUMONT Verlag

mairdumontMairs Geographischer Verlag ist neben seiner verlegerischen Arbeit Vertriebs- und Auslieferungspartner für eine Vielzahl führender Fachverlage mit den Programm-Schwerpunkten Reisen, Touristik und Verkehr.

Der Verlag ist hier hochspezialisiert auf die Belange des Marktes für touristische Informationen ausgerichteter Dienstleister. Mit der Konzeption für das neue Logistikzentrum galt es, die Vorraussetzung zu einer in sich geschlossenen Lagerwirtschaft und einer Erledigung der Auslieferung von Kundenaufträgen "just in time" zu schaffen.

 

Die Konzeption

Hochregallager
Hochregallager

Durch die datentechnische Verknüpfung mit den am Verlagssitz in Kemnat bestehenden kaufmännischen Bereichen sollte Administrations-Aufwand im Logistikzentrum vermieden werden. Die hier entstandenen ca. 40 neuen Arbeitsplätze sollen ausschließlich logistische Aufgaben in den Bereichen Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung und Versand bewältigen.

Es waren Lösungen für eine wirtschaftliche permanente Auslastung der Einrichtungen zu finden. Das neue Logistikzentrum sollte aber gleichzeitig in der Lage sein, saisonale und programmbedingte Höchstbelastungen über längere Zeiträume zeitnah und sicher zu bewältigen. Ein hohes Maß an Flexibilität war damit eine Grundforderung.

Es galt, Erfahrungen und Bestehendes in die Zukunft zu projizieren und mit modernen, zukunftssicheren Techniken zu verknüpfen - eine Vorraussetzung, die größtmögliche Sicherheit und Transparenz zu allen Vorgängen des Arbeitsablaufes in den Bereichen der Lagerwirtschaft und Auslieferung gewährleistet. Die Möglichkeit war gegeben, für alle Aufgaben optimierte organisatorische Abläufe zu entwickeln. Es mussten passende Lösungen gefunden werden, um bisher vorhandene Datenverarbeitung mit der neuen Datenverarbeitung zu verknüpfen und in die moderne Lager- und Fördertechnik einzubinden.

Im Vordergrund stand die Aufgabe, die einzusetzenden Techniken den Anforderungen der Arbeitsabläufe unterzuordnen und nicht die Arbeitsabläufe der Technik. Die Wirtschaftlichkeit aller Lösungsansätze hatte dabei auch zukunftsorientiert absolut Priorität. Das gesamte Bauwerk sollte - sozusagen als Hülle - um die organisatorischen und technischen Lösungen herum konstruiert werden. Ohne dass es dafür eine baurechtliche Auflage gab, sollte auch hier dem Umweltgedanken Rechnung getragen werden. Der größtmögliche Teil der Gebäudekomplexes erhielt eine Dachbegrünung. Die notwendigen Parkflächen wurden nicht versiegelt. Für die großflächigen Arbeitsräume waren Lösungen zu finden, die allen Bereichen Tageslicht zuließen.

Ein sehr wichtiger Konzeptions-Aspekt war die Aufgabe, für einen überschaubaren Zeitraum die notwendigen Kapazitäten bereitzustellen und gleichzeitig die Vorrausetzungen zu schaffen, um eine zukunftsorientierte Erweiterung kurzfristig und ohne besonderen technischen Aufwand auf dem bereits vorhandenen Grundstück realisieren zu können.

Daten

MairDumont Verlag Logistikzentrum
MairDumont Verlag Logistikzentrum

Entwicklung:

  • Baubeginn: 26. März 1994
  • 1.Einlagerung: 01. Dezember 1994
  • Inbetriebnahme: 02. Januar 1995

Baukörper:

  • Hochregallager: 72x28x15 m (LxBxH) = 2016 m²
  • Funktionsbau: 72x32x13 m (LxBxH) = 2304 m²
  • Haustechnik und Sozialräume, Büros:
    62x8x11 m ( LxBxH) = 496 m²
  • Entsorgungsbereich: 12x10x5 m (LxBxH) = 120m²
  • Überbaute Fläche: ca. 5000 m²

Logistik:

  • Palettenplätze im HRL: 7920
  • Palettenplätze für A-Artikel: 80
  • Kanäle im Durchlaufregal: 1560
  • Fächer im Fachbodenregal: 4590
  • lfdm. Fördertechnik: 1250
  • lfdm. Kommissionierstrecke: 1400
  • max. Lstg. des Etagenförderer: 1000 Trays/h
  • Kontrollplätze: 2
  • Versandabfertigungsplätze: 5

Organisation

Kommissionierstrecke
Kommissionierstrecke

Die aufbereiteten Bestellungen werden von der Hauptverwaltung in Kemnat als Distributionsaufträge per ISDN-Leitung an das Distributionsabwicklungssystem (DAS) im Logistikzentrum Ulm-Jungingen übertragen und dort umgehend zur Kommissionierung und Auslieferung eingelastet. Die Auftrgssteuerung im Logistikzentrum und die Verwaltung der Lagerbestände erfolgt durch das DAS.

Die Auftragsbearbeitung im Logistikzentrum beginnt mit der Ermittlung des optimalen Versandkartons. Kommissioniert wird grundsätzlich beleglos und zwar direkt in den vom System ermittelten Versandkarton mit einer fortlaufenden Nummer (Klartext- und Barcodelabel) versehen und mit dem zugehörigen Auftrag "verheiratet". Zielgesteuert wird der Karton in die angesprochenen Kommissioniersektionen gefördert. Die Ziele werden vom DAS an den Fördertechnik-Steuerrechner übermittelt.

Jedes Kommissionierfach ist mit einem Display ausgerüstet. Eine Leuchte signalisiert, daß an dem Fach eine Entnahme durchzuführen ist. Die entsprechende Menge wird durch ein LED-Display angezeigt. Jede durchgeführte Entnahme wird per Knopfdruck quittiert. Analog zu den Kommissioniervorgängen wird auch der Nachschub für B- und C-Artikel abgewickelt. Die vollautomatische Behälterfördertechnik beginnt am Kartonaufrichter, durchläuft sämtliche Kommissionierzonen und führt anschließend zu dem Kontrollplatz. Hier wird das Istgewicht des Kartons mit dem von DAS ermittelten Sollgewicht verglichen. Nach der Kontrolle werden die Packstücke zu den Verschließplätzen befördert. Hier wird der Lieferschein eingelegt, das Packstück verschlossen und das Adresslabel aufgeklebt.

Schließlich werden die Versandkartons per Fördertechnik auf 15 Versandbahnen sortiert und versandweg- oder auftragsbezogen auf Platten abgestapelt. Die beladenen Paletten werden gestretcht. Gleichzeitig wird das Palettengewicht ermittelt und die Frachtpapiere erstellt. Direkt anschließend werden die Paletten zur Verladung bereitgestellt.