Was ist das ROCKET Shuttle System?
Das RSX1 ist ein automatisiertes Kleinteilelager (AKL) für Behälter und Tablare (u. a. 600×400 bzw. 650×450 mm) bis 50 kg, ausgelegt für eine skalierbare Systemleistung bis 1.500 Ein- und Auslagerungen pro Stunde je Gasse und eine Anlagenhöhe bis 26 m (positiver Temperaturbereich 2–45 °C).
Kernkomponenten sind (vereinfacht):
- ROCKET Rack (Regalstruktur inkl. Wartungs-/Zugangskonzept)
- ROCKET Shuttles (ebenengebunden, mit integrierter Kamera und spezieller Lastaufnahme)
- ROCKET Lifts (platzsparende Übergaben „im Lift-Schatten“, energieeffiziente Zwischenkreiskopplung/PowerCaps)
- ROCKET Control & Visu App (Echtzeit-Visualisierung, „Dash-Cam“-Funktion, IoT-Daten via MQTT)
Die Funktionsweise ist im nachfolgenden Video dargestellt.
Quelle: https://www.rocketsolution.de/
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Kennzahlen (Quick Check)
Technische Eckpunkte (Herstellerangaben):
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Höhe: bis 26 m
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Leistung: bis 1.500 Zyklen/h je Gasse
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Ladegut: Behälter/Tablare, bis 50 kg
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Standardlagerung: vierfachtief
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Temperaturbereich: 2–45 °C
Der zentrale Unterschied zu „üblichen“ Shuttle-Systemen
A) Raumökonomie als Primärziel (nicht nur ein „Nebenbenefit“)
Bei etablierten Shuttle-Lösungen ist mehrfachtiefe Lagerung zwar verbreitet, die Umsetzung ist aber häufig projekt- und anwendungsabhängig. ROCKETSOLUTION setzt dagegen vierfachtiefe Lagerung als Standard – und kombiniert das mit einer ultrakompakten Bauweise, die laut Hersteller-/Fachpresse eine Halbierung der üblichen Gassenlichte ermöglicht. Dadurch werden weniger Gassen benötigt und unproduktive Flächenanteile sinken.
Zum Vergleich (Beispiele):
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KNAPP Evo Shuttle: klassisches AKL für Behälter/Kartons/Trays bis 50 kg, ebenfalls mehrfachtief möglich, jedoch ohne den Fokus „Gasse halbieren“ als Kernargumentation auf der Produktseite.
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SSI SCHÄFER SSI Cuby: hebt u. a. doppeltiefe Lagerung explizit als Raumausnutzungsmerkmal hervor (Behälter/Kartons bis 35 kg).
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TGW Stingray: positioniert sich stark über Durchsatz und „Self-healing“/reduzierte manuelle Eingriffe.
B) Konstruktive Maßnahmen gegen „tote Räume“ im Regal
ROCKETSOLUTION nennt mehrere sehr konkrete Maßnahmen, die typischerweise erst in Detailplanungen sichtbar werden:
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Intelligente Behälteranordnung
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Platzsparende Heberübergaben ohne zusätzliche Fördertechnik im Regal
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Intelligente Wartungszugänge (Wartungsebenen/Zugangskonzept im Rack)
Diese Punkte zielen weniger auf „Peak-Performance“, sondern auf konsequent verdichtete Geometrie bei gleichzeitig wartbarer Anlage.
C) Lastaufnahme & Robustheit als Designprinzip
Ein technisches Detail, das ROCKETSOLUTION stark betont: ein unterfahrender Hubtisch in Führungsschiene, der Momente auf das Shuttle vermeiden soll – zusammen mit einer „einzigartigen Lastaufnahme“ zur Reduktion von Störanfälligkeit.
Besonderheiten, die in Projekten praktisch relevant werden
1. Integration & „digitale Betriebsebene“
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Offene, standardisierte PLC-Schnittstelle und Cloud-/IoT-Integration (u. a. MQTT)
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App-basierte Visualisierung inkl. Echtzeitstatus und Dash-Cam (Kamera in Shuttle/Lift)
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Servicekonzept mit RS-Cloud, Update-Service, Remote-Service (u. a. dynamisches Port-Management statt „klassischem VPN“-Ansatz laut Anbieter)
2. Geringere Anforderungen an Bestandsgebäude (laut Anbieter)
ROCKETSOLUTION beschreibt geringe Anforderungen an Bodenbeschaffenheit und explizit, dass keine „100 % perfekter Boden“ erforderlich sei – ein Argument, das bei Brownfield-Projekten oft entscheidend sein kann.
Wir empfehlen vor jedem Automatisierungsprojekt die Bodenbeschaffenheit durch einen Planer prüfen zu lassen. Die Herstellung der Bodenebenheit durch Ausgleichsmassen oder Abschleifen kann erhöhte unverhergesehene Investitionen mit sich bringen.
3. Skalierung auch operativ gedacht
Neben „Shuttles nachrüsten“ fällt auf: ROCKETSOLUTION bietet sogar ein Rental-Konzept für vor-konfigurierte Shuttles, um kurzfristig Leistungsspitzen abzufangen. Das ist kein Standard bei jedem Hersteller und kann – je nach SLA/Verfügbarkeit – eine interessante Option sein.
4. Beispiel aus der Praxis (Dresselhaus)
In einer veröffentlichten Referenz wird u. a. eine vierfachtiefe Konfiguration mit ca. 25.000 Stellplätzen (für Ladehöhen bis 220 mm) beschrieben; die Kapazitätsanforderung sei um ~25 % übertroffen worden.
https://www.rocketsolution.de/en/news-1/das-rocket-shuttle-system-bei-dresselhaus
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Worauf sollte man bei der Planung achten?
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Artikelstruktur & Zugriffsmix: Vierfachtiefe Lagerung ist hochattraktiv für Verdichtung – sie verlangt aber eine saubere Strategie für Zugriffshäufigkeiten, Nachschub und Slotting, damit Tiefe nicht zu „Suchbewegung“ wird. (Planungsaufgabe, nicht nur Technikfrage.)
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Temperaturanforderungen: RSX1 wird mit 2–45 °C angegeben. Für Tiefkühl-/Minusbereiche sind andere Shuttle-Plattformen am Markt explizit ausgelegt (z. B. TGW bis -30 °C laut Quelle https://www.technische-logistik.net/sites/default/files/public/data-fachartikel/HF_2024_09_Ein-leistungsstarkes-System_52-53.pdf )
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Gebäude & Brandschutzkonzept: Durch die hohe Verdichtung steigen Anforderungen an Sprinkler-/Brandabschnitts- und Entrauchungskonzepte. Das ist systemübergreifend relevant und muss früh mit Fachplanern zusammengeführt werden.
Auftrags- und Zugriffsstruktur
Einer der wichtigsten Punkte bei der Planung einer Logistikanlage ist die individuelle Auftrags- und Zugriffsstruktur des Anwenders. Diese muss dem beabsichtigten Servicegrad gegenübergestellt werden.
Was bedeutet das konkret?
Es ist zu prüfen, ob die erwartete Durchlaufzeit mit dem System erreicht werden kann. Dazu zählen neben Geschwindigkeit der Ein- und Auslagerung auch die verfügbaren Leistungen an den Arbeitsplätzen. Die erwartete Durchlaufzeit ist stark vom Geschäft des Anwenders abhängig (z.B. eilige Ersatzteile, E-Commerce Bestellungen oder langfristig planbare Produktionsbedarfe). Hinter diesen Erwartungen steht immer ein Business-Case, der mit den zuvor angeführten Alternativen und Rocket Solution verglichen werden muss.
Sie benötigen Unterstützung?
Gerne übernehmen wir für Sie im Vorfeld die Datenanalyse, das Forecasting und den Variantenvergleich in der Systemauswahl.
TIPP: Verwenden Sie zur Analyse Vergangenheitsdaten aus den Systemen, die Sie ersetzen möchten und planen Sie diese mittels eines Forecasts auf mindestes 5 Jahre in die Zukunft! Sollte es sich um ein neues Lager handeln ist eine Abstimmung mit Ihrem Vertrieb über die beabsichtigten Absatzzahlen oft ein Lösungsansatz. Als herstellerunabhängiger Logistikplaner können wir Sie bei der Datenanalyse, dem Forecasting und dem Variantenvergleich in der Systemauswahl unterstützen.
Bauliche Rahmenbedingungen
Egal, ob Greenfield oder Brownfield – in jedem Projekt gilt es, bauliche Möglichkeiten und Restriktionen bestmöglich zu berücksichtigen. In Bezug auf das RSX1 von Rocket Solution sind das zum einen vor allem die maximale Regalhöhe von 25m und die maximale Regallänge von 150m – für Kleinteileanlagen üblicherweise mehr als ausreichend.
Vorteilhaft – gerade im Brownfield – sind hierbei die im Vergleich zu den üblichen Systemen geringeren Anforderungen an den Boden im Aufstellbereich der Rocket-Anlage. Damit kann ein Einsatz in Bereichen möglich werden, in denen das sonst mit aufwändigen Ertüchtigungen oder gar nicht denkbar wäre.
Brandschutz
Die Brandschutzlösung für das RSX1 wurde von Rocket Solution zusammen mit FM Global erarbeitet und ist bereits vom VDS anerkannt. Trotz der hohen Lagerdichte des Systems unterschiedet sich die Brandschutzlösung von Rocket Solution im Wesentlichen nicht von denen herkömmlicher Shuttle-Systeme und sieht keine besonderen Anforderungen bzw. Auflagen für Lagerbetreiber vor.
Vorhandene IT
Rocket Solution liefert seine Systeme mit einer standardisierten Steuerungsschnittstelle aus, die man per Vollspiel-Transportauftrag beauftragen kann. Alternativ und für die Micro-Fulfillment Lösungen besonders interessant ist die Möglichkeit einer standardisierten Materialflusslösung, mit der das Rocket System zu einer Blackbox – Lösung wird. Hier kann durch eine einfache REST Schnittstelle aus einem übergeordneten ERP oder WMS System ein Behälter eingelagert oder angefordert werden.
Für wen ist Rocket Solution interessant?
Grundsätzlich steht die Technologie in Konkurrenz mit anderen Automatischen Kleinteilelagern (AKL) wie z.B.:
- Stahlbau-Regal mit Regalbediengerät (RBG)
- Stahlbau-Regal mit klassischer Shuttle-Technologie
- Lagerlifte und Mini-AKL
- AutoStore®
Welches System, das am besten geeignete ist, hängt dabei vom jeweiligen Anwendungsfall ab – eine pauschale Aussage ist hierbei leider nicht möglich. Die individuellen Anforderungen des Anwenders, gekoppelt mit einem objektiv aufgestellten Business-Case, ermöglichen die Auswahl des optimal geeigneten Systems.
Rocket Solution zeichnet sich insbesondere durch hohe Verdichtung und Leistungsfähigkeit aus.
Auch im Bereich Retrofit ist das Konzept durch geringe Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit interessant.
Wer integriert RocketSolution Shuttle-Systeme?
ROCKETSOLUTION selbst ist Technologielieferant; die Projektintegration (Gesamtanlage/Materialfluss/IT) erfolgt typischerweise durch Systemintegratoren aus dem ROCKET-Partnernetzwerk. ROCKETSOLUTION beschreibt dazu ein „internationales Netzwerk qualifizierter Systemintegratoren und Distributoren“, die die Technologie vertreiben und in Projekte einbinden. (ROCKETSOLUTION)
Wichtig dazu:
- Integrator-Rolle: Der Integrator realisiert „ganzheitliche Intralogistiksysteme“, in denen das ROCKET Shuttle System (Enterprise) die zentrale Lagerkomponente ist.
- Maintenance-Partner: Wartung/Service kann durch von ROCKETSOLUTION zertifizierte Maintenance-Partner erfolgen.
- Kardex als relevanter Player: Seit 1. Dezember 2025 hält Kardex eine kontrollierende Mehrheitsbeteiligung an ROCKETSOLUTION – dadurch ist Kardex (als globaler Intralogistik-Anbieter) ein naheliegender Ansprechpartner/Vertriebskanal je nach Region und Projektkonstellation. (kardex.com)
In a nutshell – Zusammenfassung
ROCKET Solution Shuttle (RSX1) unterscheidet sich weniger über „noch schneller“ als über konsequenten Fokus auf Verdichtung: standardmäßig vierfachtief, schmalere Gassen, weniger ungenutzter Raum (Übergaben/Wartung), plus Integration/Service mit Cloud-/IoT-Anbindung und einem vergleichsweise „digital“ gedachten Betriebskonzept.
Sie benötigen Unterstützung?
Gerne übernehmen wir für Sie im Vorfeld die Datenanalyse, das Forecasting und den Variantenvergleich in der Systemauswahl.












